D. Feldmann: Unorthodox - die Geschichte einer unangepassten Jüdin

Erster Satz: „Mein Vater hält meine Hand, als er mit dem Schlüssel zum Warenhaus hantiert.“

Deborah wird in die orthodoxe jüdische Gemeinde von New York hineingeboren. Da ihre Mutter der Gemeinde den Rücken gekehrt hat, sie aus diesem Grund keinen Kontakt mehr zu ihr haben darf und zudem der Vater geistig zurückgeblieben ist, kümmern sich die streng orthodoxen Großeltern um das Kind und erziehen es ganz im Sinne ihrer Lehre.

Die Autorin lässt ihre Leser in eine Parallelwelt eintauchen, die ebenso gut aus einem Roman aus dem Mittelalter stammen könnte. Es ist eine Welt mit strenger Geschlechtertrennung, arrangierten Ehen, wenig Bildungs- und Berufsmöglichkeiten für Mädchen, da diese ja Kinder bekommen sollen, aber auch wenig Chancen für Männer, die bestenfalls Thora-Gelehrte werden können. Es ist eine Welt, in der Frauen sich nach der Heirat den Kopf rasieren, damit die Perücke besser passt und wirklich niemand ihr Haar sehen kann. Eine Welt, in der es unendlich viele religiöse Untergruppen gibt, von denen jede ihre eigenen, strengen Regeln hat. Nur wurde Deborah Feldmann nicht im Mittelalter geboren, sondern im New York des 21. Jahrhunderts.

Fazit: Ein sehr detaillierter Einblick in eine normalerweise unzugängliche Lebensgemeinschaft. Unaufgeregt und eine echte Leseerfahrung.

Feldman, Deborah
Secession Verlag für Literatur GmbH
ISBN/EAN: 9783905951790
22,00 € (inkl. MwSt.)