Der Schmied der Franken. Ulfberhts Reise (E-Book, PDF)

eBook - Historischer Roman
ISBN/EAN: 9783862828043
Sprache: Deutsch
Umfang: 501 S., 5.90 MB
Auflage: 1. Auflage 2021
E-Book
Format: PDF
DRM: Digitales Wasserzeichen
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Ein harter Winter folgt auf einen verregneten Sommer. Teuerung, Hunger und Krieg erschüttern das Frankenreich. Der junge Schmiedegesell Ulfberht flieht aus dem Kloster Lorsch, und der Grafensohn Landfried bewährt sich im Kampf gegen die Awaren. Karl der Große sucht nach Verbündeten gegen seine Rivalin in Konstantinopel, und die mächtige Hofkapelle will um jeden Preis das Geheimnis eines Dolches lüften, der härter ist als alles Eisen im Frankenreich. Zu diesem Zweck verlässt 797 eine Gesandtschaft die Kaiserpfalz in Ingelheim. Ihr Ziel ist der Hof des legendären Kalifen Harun al Rashid. Unverhofft werden Landfried und Ulfberht Teil der Mission. Ihr Weg führt sie durch Jerusalem, wo sie für ihren König Karl den Schlüssel zum größten Heiligtum des Christentums erhalten. Zornentbrannt versucht die byzantinische Kaiserin, die Mission zu vereiteln. Nur knapp erreichen die Franken Bagdad. Hier erfahren sie endlich die Herkunft des hochwertigen Eisens: Indien. Mit einem Elefanten und dem bedeutungsschweren Schlüssel kehrt Ulfberht schließlich zurück um sich einem alten Feind und seiner Meisterprüfung zu stellen.Eine Geschichte über Wirtschaftsspionage und Diplomatie, Karlskanal und die Macht der Franken.
Sven R. Kantelhardt, geboren 1976 in Gießen, studierte Medizin und Ökotrophologie mit Studienaufenthalten in Cádiz und Louisville. Nach einem Einsatz in einem Missions-Krankenhaus in Ruanda zog er nach vielen Zwischenstationen nach Mainz. Obwohl Ulfberht dort praktisch vor seiner Haustür beginnt, war eine ausgeprägte Reiselust bei den Recherchen für diesen Roman ebenso hilfreich wie Geschichtsbegeisterung und die Vorliebe für altertümliche Fortbewegungsmittel. So führten die Recherchen nicht nur in heimische Schmieden, Ruinen, Museen und Museumsdörfer, sondern bis ins Heilige Land und nach Südasien.Bisher sind im acabus Verlag drei Romane von ihm erschienen: Mönchsblut sowie die Britanniensaga mit den beiden Bänden Hengist und Horsa und Brand und Mord.
Teil I Im FrankenreichSigiberht, Westhang des Odanwaldes, Lenzmonat 792Das breite Eisen schnitt durch die vom Winterregen noch weiche Erde. Das Feld hatte ein Jahr geruht, um dem Boden neue Kraft zu geben, nun kam es wieder unter den Pflug. Sigiberht setzte seine Füße sicher im gleichmäßigen Takt hinter die Pflugschar. Ein eisernes Blatt war nicht billig, aber sehr viel robuster als die alten hölzernen Hakenpflüge, wie sie selbst auf dem Herrenhof im Tal noch benutzt wurden. Kein Wunder, dass sein junger Sohn Ulfberht geradezu versessen darauf war, seinem Vater beim Pflügen zur Hand zu gehen. Er lief den beiden Ochsen voran und lockte die Tiere mit seiner hellen Stimme dem dunklen Waldrand entgegen. »Holla Muni, Hui Hramn!« Sigiberhts Augen ruhten einen Moment mild, geradezu liebevoll auf seinem Jungen. Dann senkte er den Blick wieder auf die Ackerfurche. Das Leben war hart, auch wenn es ihm als Köngisfreien noch gut ging. Er bestellte seinen eigenen Grund, war frank und frei und nur dem König zur Heerfolge verpflichtet. Ein echter Franke. Durch diese Sichtweise hatte er allerdings unter den Hörigen des nahegelegenen Herrenhofs nur wenige Freunde gewonnen. Sigiberht lächelte grimmig und wandte sich wieder seiner Arbeit zu. Ein Blick in den schmalen Himmelsstreifen, welchen der düstere Wald, der das Feld von drei Seiten einschloss, frei ließ, zeigte ihm, dass er sich beeilen musste. Gerade hatte die Sonne noch geschienen, doch nun ballten sich die Wolken bedrohlich zusammen. Die Rinder brüllten nervös, doch Ulfberhts lockender Ruf beruhigte sie rasch wieder. Bald begann es zu regnen, aber Sigiberht ließ sich nicht aus dem Takt bringen. Als er schließlich die letzte Furche gezogen hatte, regnete es bereits Bindfäden. Er wuchtete den schweren Pflug auf die Schulter des stärkeren der beiden Ochsen, während sein Sohn sich an die warme Flanke des Tieres drückte. »Na komm schon«, brummte Sigiberht. »Wollen die Mutter nicht ewig warten lassen.« Gemeinsam traten sie den Heimweg an. »Wenn ich groß bin, werde ich auch Bauer«, plapperte Ulfberht noch voller Begeisterung. Bewundernd sah er zu, wie das Regenwasser vom blanken Eisen der Pflugschar abperlte und schließlich im Fell des Ochsen versickerte. Vorsichtig strich er mit der Hand darüber. »Das Eisen ist kalt, obwohl Hramns Seite ganz warm ist«, wunderte er sich. Sigiberht hatte schon früher Ulfberhts Liebe zu blankem Eisen bemerkt. Musste man seine Geschwister mit Nüssen oder süßen Beeren locken, so reichte es bei Ulfberht, ihm ein blankes Stück Metall vor die Nase zu halten. Seine Mutter hatte ihn im Scherz daher »meine kleine Elster« genannt. Sigiberht schmunzelte bei der Erinnerung. Warum sollte Ulfberht sich auch nicht daran freuen? »Ich sag Mutter Bescheid«, rief er und sprang den Weg voran.Ulfberht, Westhang des Odanwaldes, Lenzmonat 792Ulfberht kannte sämtliche Äcker und Wege des Hofes gut, auch den Weg hinunter zum Herrenhof und weiter über die offenen Felder bis zum Kloster. Er würde ein freier Bauer werden, ein echter Franke wie sein Vater. Und das war viel besser als ein Knecht oder Höriger. So viel hatte Ulfberht trotz seiner erst zwölf Winter bereits verstanden. Schon ragte das Dach des Hofes vor ihm auf. Etwas war anders als sonst: Ein braunes Pferd stand vor der Hoftür. Hin- und hergerissen zwischen Neugier und Furcht trat Ulfberht langsam heran. Da schnaubte der Gaul laut und versuchte, den Regen aus dem Fell zu schütteln. Ulfberht trat einen Schritt zurück und beschloss, auf den Vater zu warten. Doch noch bevor dieser kam, trat ein Mann aus der Tür des Hauses. »Heda«, rief er Ulfberht zu. »Lauf los, und hol deinen Vater, Bursche! Ich habe eine wichtige Nachricht vom Vogt!« Ulfberht machte kehrt und rannte seinem Vater aufgeregt entgegen. »Ein Fremder«, berichtete er atemlos. »Mit einem Pferd!«

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