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Der fremde Cherokee - Freundschaft schreibt Geschichte

Historischer Roman

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783862828098
Sprache: Deutsch
Umfang: 672 S., 1 Illustr., Landkarte
Format (T/L/B): 4.5 x 21.5 x 13.6 cm
Auflage: 1. Auflage 2021
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Anfang des 19. Jahrhunderts zieht der Junge Mattheus Hildebrand als Sohn eines berechnenden deutschstämmigen Landhändlers ins amerikanische Cherokee-Gebiet. Damit verändert sich Mattheus' Welt nachhaltig. Er trifft auf John und Gallegina, die dem Cherokee-Stamm angehören und ihn in die Kultur des indigenen Volkes einführen. Doch auch die Welt der Cherokee verändert sich: Trotz der Bedrohung durch die neuen Siedler, Goldsucher und interne Widerstände gründen sie eine eigene Republik innerhalb der USA. Die Lage spitzt sich zu und findet ihren Höhepunkt in Präsident Andrew Jacksons "Indian Removal Act". Während Mattheus sich für den Erhalt von Kultur und Stammesland einsetzt, wählen seine Freunde den Weg des geringsten Widerstandes und es kommt zum Bruch zwischen ihnen. Mattheus Hildebrand sucht nach einem sicheren Heimatgrund, doch verliert ihn immerzu. Ein Roman über die Entstehung einer Nation, unverhoffter Familienbündnisse und das Verschwimmen von Identitäten.

Autorenportrait

Huug van't Hoff ist Friesisch-Holsteiner Bauerssohn, selbständiger und gelernter Buchhändler, Kultursoziologe, promovierter Literatur- und Medienwissenschaftler, fleißiger Bau-, Fabrik-, Fließband-, Feld- und Narrationsarbeiter sowie gediegener Kultur-Guerillero. Er lebte in Kiel, Berlin, Hamburg und derzeit in Essen. Van't Hoff ist freiberuflicher Autor diverser Kurzgeschichten, Erzählungen, Hörspiele, Drehbücher und Theaterstücke. Zudem auch Dozent für Soziologie, Literatur & Medien und Kreatives Schreiben von Prosa, Theaterstücken und Drehbüchern. Als Veranstalter organisierte er zahlreiche Lesungen, Kulturfestivals, Theaterreihen und Literaturwettbewerbe sowie -stipendien.

Leseprobe

>Heimatgrund< Was ab jetzt geschehen wird, ist gleichgültig. Es zählt nicht mehr. Kein Zuhause, keine Heimat, keine Nachbarn, kein Leben, kein Grund zum Leben. Und doch wird es weitergehen. Dort, wo alles anfing. Dort, wo für mich alles begann und wo es enden wird. Geschichten werden erzählt werden. Über die neuen Siedler. Von den Siedlern weitergegeben an die Kinder und an die Enkel. Bis irgendwann andere kommen und sie vertreiben werden. Wie wir und unsere Erinnerungen. An unsere Heimat, unsere Dörfer und unsere Wälder, die Erinnerungen an unseren Staat in den fruchtbaren Tälern im Schatten der Great Smoky Mountains. Irgendwann wird alles vergessen sein: die Hoffnung, der Widerstand, die gerodeten Wälder, das besetzte Land, die Vertreibung und die Zerstörung der Cherokee-Nation. Die vernichtete Heimat meiner Vergangenheit und Gedanken. Wer ich bin? Das ist nicht leicht zu beantworten. Ich heiße Mattheus Hildebrand. Aber was sind Namen? Um Ausführlichkeit bemüht könnte ich erwähnen, dass ich in einer Hütte auf einer karg-wiesigen Lichtung weit oben in den Great Smoky Mountains lebe. Allein bis auf ein Hasenpärchen, das unter den Bohlen der Hütte haust. Ich meide die Menschen, weil ich ihnen nicht traue. Nicht mehr. Aus gutem Grund. Vor einem halben Jahr bin ich in eines der abgelegenen Dörfer der Great Smokys aufgebrochen, um einem Boten einen Brief in die neue Nation der Cherokee mitzugeben. Für Sequoyah, meine letzte Verbindung zur Vergangenheit. Ob ich ein Cherokee bin? Nein. Vielleicht doch. So eindeutig lässt sich das nicht sagen. Ich bin bei ihnen aufgewachsen, bei den Aniyunwiya, dem wahren Volk, wie sie sich nennen, und bin einer von ihnen geworden. Irgendwie. Jedenfalls hatte ich das gehofft. Ich war fünf Jahre alt, als ich mit meinem leiblichen Vater an den Conasauga River zog. Ein Davor gibt es für mich nicht. Es hat schöne Zeiten gegeben und sehr bewegte, hoffnungsvolle und. all das, was letztlich zum Inhalt des Briefes führte. Seither hatte ich auf Antwort aus der fernen Nähe gewartet: vom Freund. Doch als der Bote endlich mit den Nachrichten von Sequoyah kam, wollte ich sie eigentlich nicht mehr erhalten. Aus Angst und böser Vorahnung. Bis zum Abend saß ich in meiner Hütte und starrte auf das Papier, ohne es zu entfalten. Ich legte mich schlafen und hatte den Brief nicht gelesen. Ich hätte das Schreiben ins Feuer werfen können, um nie zu erfahren, was ich im Grunde gar nicht wissen wollte. Eventuell wäre es besser gewesen, besser für mich. Nachdem ich am nächsten Morgen die wenigen Zeilen des Freundes gelesen hatte, wünschte ich nicht zum ersten Mal, ich könnte die Zeit zurückdrehen, und alles würde von vorn beginnen.

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