Ein weißer Wal im Rhein (gebundenes Buch)

Gedichte
ISBN/EAN: 9783957710673
Sprache: Deutsch
Umfang: 110 S.
Format (T/L/B): 1.3 x 20.7 x 12.2 cm
Einband: gebundenes Buch
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'Ein weißer Wal schwamm den Rhein hinauf, gegen das Leben, volle Kraft voraus.' Kennen Sie solche Geschichten? Von Heimatvertriebenen und Auswanderern? Von Aussiedlern und Immigranten? Von Menschen die verlorengegangen zu sein scheinen - so plötzlich, so einfach und so schrecklich allein? Menschen, die fremd sind, fremd werden, sich fremd fühlen. Kennen Sie solche Menschen? Wenn ja, was wissen Sie über ihr Leben? Orestis aus der Nachtschicht bei Opel liebt Märchen über alles. Maria hat ihren Mann zwischen Hauptbahnhof und Theaterplatz verlassen. Charis mit den blauen Augen wurde zum Rebell. Elis Herz wartet in einem verstaubten Regal. Nikolos, dieser kleine süße Junge von nebenan, ist ein Einbrecher. Herr Kapa hat einen Herzinfarkt erlitten. Mina ist gestern Nacht gestorben. Aras Sohn heiratete eine jugoslawische Putzfrau, und Andreas, der aus dem Restaurant Kompoloi, schreibt Gedichte. Solche über Liebe, Freundschaft und Freiheit. Und über das alltägliche Heimweh. Über Zitronenbäume, die die Sonne des Winters brauchen, von Papierschiffchen, die unter gehen und davon, wie es sich anfühlt, Vor Durst zu sterben. Alles Menschen, alles Fremde. Jetzt nicken Sie mit dem Kopf und ein kleines Lächeln zeichnet sich auf Ihr Gesicht. Sie kennen also auch solche Menschen? Solche die an manchen Tagen wie ein Wal sich fühlen - groß, kräftig, klug - und, statt in einem Ozean zu leben, plötzlich in einem flachen Fluss schwimmen, gegen den Strom, gegen das Leben, gegen die Vernunft? Andreas Arnakis ist so ein Wal, der seine griechische Gewässer verloren hat. Er kam nach Deutsch-land zum Studieren und wurde zum Fremden. Ein politischer Flüchtling und ein träumerischer Mann. Zum Glück griff er zum Mikrophon des Hessischen Rundfunks, gründete die langlebige Sonntagssendung 'Rendezvous in Deutschland' und schrieb Prosa und Lyrik. Seine bewegte politische Zeit, seine persönlichen Niederlagen, seine Erfolge und seine verlorengegangenen blauen Gewässer halten Sie heute in Ihren Händen. In diesem Buch. 'Gute Reise nun, ihr Geschwister, sehnt´ euch, liebt, lebt aus voller Seele.'
Andreas Arnakis 1937 in Thessaloniki geboren, erlebte die deutsche Besatzung und den anschließenden Bürgerkrieg in Griechenland. Auf Grund der politisch und wirtschaftlich schwierigen Situation emigrierte er 1956 nach Deutschland, um zu arbeiten und zu studieren. Nachdem er für längere Zeit mit verschiedenen Arbeiten - vom Bau bis zur Nachtschicht bei Opel - sein Leben finanzierte, kam er durch einen Zufall zum Journalis-mus. Er moderierte unter anderem fast drei Jahrzehnte lang die zweisprachige Sendung des Hessischen Rundfunks 'Rendezvous in Deutschland'. Während der Diktatur 1967 - 1974 in Griechenland leistete er aktiven Widerstand und setzte sich engagiert für die Wiedereinsetzung der Demokratie ein. Die Militärjunta reagierte mit Aberkennung seiner Staatsbürgerschaft, nicht zuletzt wegen seiner klaren politischen Positionierung in 'Rendezvous in Deutschland'. Nach seiner Rückkehr nach Griechenland war er 1982 - 1987 Direktor der 'Stimme Griechenlands' und der Fernsehprogramme für Auslandsgriechen beim Staatlichen Griechischen Fernsehen ERT in Athen und von 1993 - 1998 Herausgeber und Chefredakteur der in Deutschland erschienenen griechischen Zeitschrift 'Gramma'. Die Poesie hat ihn seit seiner frühen Jugend fasziniert. Er hat bisher mehr als dreihundert Gedichte geschrieben. Eine Auswahl seines Werkes wurde erst spät in einem Gedichtband mit dem Titel 'Die unreifen Aprikosen' im Jahr 2012 in Griechenland veröffentlicht. Heute lebt er in Frankfurt und im Pilion. Artemis Arnakis Geboren und aufgewachsen in Frankfurt/Main, absolvierte ihre Ballettausbildung an der Staatlichen Hochschule für Darstellende Künste in Athen. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland tanzte sie an verschiedenen Theatern und in internationalen Tanzprojekten. In den letzten Jahren hat sie parallel zum Tanzen ihre Leidenschaft für die Malerei entdeckt. Ihr bikultureller Hintergrund und ihr Interesse an Literatur hat sie inspiriert, sich mit den Gedichten ihres Vaters auseinanderzusetzen und im Dialog mit ihm zu übersetzen. Niki Eideneier Geboren 1940 in Kilkis, Griechenland. Studium der Klassischen, Byzantinischen und Neugriechischen Philologie in Thessaloniki und München. Stipendiatin des DAAD und des Bayerischen Kultusminis-teriums, Mitarbeiterin für das griechische Programm des Bayerischen Rundfunks. Lehrbeauftragte für neu-griechische Sprache und Literatur an der Universität Frankfurt. 1982 Gründung des Romiosini Verlags für zeitgenössische griechische Literatur in deutscher Sprache, lebt seit 1969 in Köln. Verfasserin zahlreicher Essays und Beiträge zur zeitgenössischen griechischen Literatur im In- und Ausland und Vorträge zu denselben Themen. Viele Übersetzungen vom Deutschen ins Griechische und umgekehrt.