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Feenglut

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783959910347
Sprache: Deutsch
Umfang: 384 S., 0.79 MB
Auflage: 1. Auflage 2015
E-Book
Format: EPUB
DRM: Nicht vorhanden

Beschreibung

Die Schwertkämpferin Kayla führt ein entbehrungsreiches, aber freies Leben. Zusammen mit ihrer Schwester Naias zieht sie von Arena zu Arena, um ihrer beider Lebensunterhalt zu bestreiten. Während die eine Schwester eine außergewöhnliche Kriegerin ist, vermag die andere durch Magie zu heilen. Naias Gabe muss jedoch ein Geheimnis bleiben. Als Kayla in der Arena von Roan zu ihrem bisher schwersten Kampf antritt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Naias gerät in Gefahr und Kayla verliert ihre Freiheit. Doch welche Rolle spielt der geheimnisvolle Krieger, dem sie während der Kämpfe in Roan immer wieder begegnet?

Autorenportrait

Sandra Bäumler erblickte 1971 das Licht der Welt.Schon als Kind dachte sie sich gerne Geschichten aus, die sie mit ihren Puppen nachspielte, doch erst im Erwachsenenalter hat sie damit begonnen, diese Geschichten aufzuschreiben.Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Söhnen, zwei Katzen, Fischen und Fröschen in einer kleinen beschaulichen Ortschaft in der Nähe von Nürnberg. Diese mittelalterliche Stadt hat sie auch zu ihrem ersten Roman inspiriert, der jedoch unveröffentlicht ist.Homepage: www....

Leseprobe

Kapitel 1Lauf weiter, Kayla. Ich kann das Wasser schon spüren. Ganz in der Nähe gibt es einen Fluss.« Naias zerrte an meinem Arm. Ich lehnte gegen einen Baum und rang nach Atem. Jetzt, da die Kampfeslust nicht mehr durch meine Adern rauschte, nahmen die verdammten Schmer­zen zu.»Nur einen Augenblick ausruhen.« Ich biss die Zähne zusammen, untersuchte meine Schulter. Blut quoll aus der offenen Wunde und rann durch meine Finger. Das Pochen wurde heftiger, jeder Herzschlag pumpte mehr Blut aus der Verletzung. Kalter Schweiß perlte von meiner Stirn. Ich lauschte in den Wald, es waren keine Verfolger auszumachen. Als Naias meinem Arm der unverwundeten Seite um ihre Schultern legte, entfuhr mir ein leises Zischen. Ich hatte das Gefühl, meine Schul­ter wurde erneut von einer Klinge durchbohrt.»Tut mir leid, aber ich kann dich nur heilen, wenn ich Wasser habe«, sagte Naias mit bedrückter Stimme.»Ist schon gut. Das sieht schlimmer aus als es ist.« Ich hielt den Atem an, denn meine Schwester zog mich weiter. Der Versuch, mich so leicht wie möglich zu machen, ließ das schmerzhafte Pochen in meiner Schulter zu einem Trommeln anschwellen. Aber wenn ich mein ganzes Gewicht auf Naias stützte, würde sie zusammenbrechen, da ich gut einen Kopf größer und durch meine trainierte Muskulatur auch um einiges schwerer war als sie. Ich presste die Lippen aufeinander, damit ich nicht aufschrie.»Es ist nicht mehr weit und mach mir nichts vor, deine Verletzung ist so schlimm, wie sie aussieht. Außerdem stütze dich richtig auf, ich bin nicht aus Glas.« Naias klang ärgerlich und ich musste trotz der Qualen lächeln. Sie kannte mich besser, als ich dachte.»Ja Kleines, du kannst Bäume ausreißen.«»Wir sind gleich am Fluss.« Bei diesen Worten beschleunigte Naias und trotz meines festen Willens es nicht zu tun, stöhnte ich auf. Wir kämpften uns durch das dichte Unterholz. Augenblicke später erklang ein Plätschern, das von dem ersehnten Wasser kündete. Dann war der Fluss zu sehen, in dessen sanften Wellen das Sonnenlicht glitzerte, als wären die Kiesel auf dem Grund aus Gold. Im ersten Moment brannte die Helligkeit in meinen an das Dämmerlicht des Waldes gewöhnten Augen und ich schloss meine Lider.»Setzt dich auf den großen Stein«, befahl Naias.Blinzelnd hob ich meine Lider und ließ mich auf den zugewiesenen Platz niedersinken, während meine Schwester mir Halt gab. Ich sah auf den Ärmel meines Hemdes herab, das Blut hatte ihn rot gefärbt. Naias half mir dabei, den Umhängebeutel abzunehmen, dessen Gurte ebenfalls blutdurchtränkt waren. Jede Bewegung der verletzten Schulter wurde mit höllischen Schmerzen quittiert. Meine Schwester nahm die Armschienen sowie die dicken Binden darunter ab, löste die Schnallen meines ledernen Oberkörperschutzes und zog das Hemd aus. Der Stoff klebte am angetrockneten Blut fest und ich biss keuchend die Zähne zusammen. Sogleich hielt sie inne.»Schmerzt es sehr?«»Mach«, zischte ich. Meine Schwester nickte und mit einer schnellen Bewegung riss sie den Stoff weg. Obwohl ich es unterdrücken wollte, schrie ich auf. Das Hemd landete auf dem Boden. Anschließend legte Naias ihren eigenen Beutel ab, aus dem sie Tücher holte, um mit dem Säubern der Wunde zu beginnen.»Jetzt halt doch mal still«, schnaubte Naias, als sie sich um die ange­schlagene Schulter kümmerte.»Es tut weh.« Ich versuchte mich umzudrehen. In diesem Moment durchfuhr ein Stich meinen Körper, der mich eines Besseren belehrte. Ich presste die Zähne zusammen und betrachtete eingehend die Stämme der Bäume vor mir. »Sei froh, dass noch was wehtut. Eine Handbreit weiter und das Schwert dieses Barbaren hätte lebenswichtige Organe verletzt.« Naias wrang das Tuch über der Wunde aus, das kühle Wasser linderte den Schmerz. Es kribbelte, als würden Hunderte Mäusefüße darüber krab­beln. Der Heilungsprozess setzte ein.»Na, hat er aber nicht, diese Kerle machen immer denselben Fehler: Sie unterschätzen mich.« Ich musste grinsen. Es war wie immer gewe­sen. Trotz seiner beachtlichen Größe endete der Krieger im Staub der Arena. Nachdem sein Schwert meine Schulter getroffen und er mich damit entwaffnete hatte, dachte er offensichtlich, dass er den Kampf bereits für sich entschieden hätte. Er wurde unaufmerksam und das kos­tete ihn sein Leben. Als er zusammensackte, rammte ich mein Knie in seine Männlichkeit und meinen Dolch aus dem Stiefelschaft in seinen Hals. Die Veranstalter der Arenakämpfe erlaubten alle Mittel, auch ver­steckte Waffen, Hauptsache, die Zuschauer kamen auf ihre Kosten.»Trotzdem hattest du heute mehr Glück als Verstand. Wenn dieser eitle Kerl nicht der jubelnden Menge mehr Beachtung geschenkte hätte als dir, könnte ich dich jetzt irgendwo begraben. Du kannst dich wieder anziehen.« Ich tastete nach meinem Oberteil und musste feststellen, dass es meiner Schulter wirklich viel besser ging. Naias tauchte ihre Hände in den Bach, während ich meinen Oberkörperschutz anlegte, den ich an den Seiten mittels Schnallen schloss. Der lederne Brustpanzer bot mehr Bewegungsfreiheit als einer aus Metall, obwohl meine Schwester mich lieber in einem Schutz aus Eisen sehen würde. Ich hob das blutige Hemd hoch, das beim besten Willen nicht mehr zu gebrauchen war.Neben mir tauchte Naias die nackten Füße mit einem leisen Quiet­schen ins Wasser. Ihre Schuhe lagen hinter dem Stein, auf dem sie saß, im Kies. Das war eine sehr gute Idee. Ich entledigte mich meiner knie­hohen Stiefel und stülpte die ledernen Hosenbeine hoch. Um es beque­mer zu haben, löste ich die Bänder, die die Schwertscheide am Gürtel hielten, die ich samt Inhalt griffbereit neben mich legte. Als meine Füße in das kühle Nass glitten, entfuhr mir ein wohliges Seufzen. Mir ging der Kampf durch den Kopf. Auch wenn ich das nie meiner Schwes­ter gegenüber zugegeben hätte ich hatte wirklich verdammtes Glück gehabt. Um ein Haar wäre ich nicht lebend aus der Arena herausgekom­men. Der Gedanke sorgte dafür, dass ich den Geschmack von Galle auf der Zunge wahrnahm und mein Magen sich verkrampfte.Naias zog ihre Beine aus dem Wasser, umfasste mit beiden Armen ihre Knie und beobachtete nachdenklich die Wasseroberfläche, die plät­schernd um steinerne Hindernisse herumquirlte.»Immer wenn du kämpfst, habe ich schreckliche Angst um dich«, flüsterte sie.Sanft strich ich über ihr blondes Haar, dessen bläulicher Schimmer in der Nähe von Gewässern intensiver wurde. »Ich kämpfe solange, bis wir das Geld für die Heilerschule zusammenhaben. Ich möchte, dass du es einmal gut hast, eine angesehene Heilerin wirst und nie wieder hei­matlos durch die Gegend ziehen musst.« Tröstend umfasste ich Naias schmale Schultern und zog sie zu mir. Sofort kuschelte sie sich an mich, wie sie es schon als kleines Kind gemacht hatte.»Aber wir haben etwas Geld zusammen. Wir könnten uns einen Hof kaufen und Tiere züchten.«Ich schüttelte den Kopf. »Und dein Talent vergeuden? Auf das Wohlwollen von Großgrundbesitzern oder Adligen angewiesen sein, die dir dann aus einer Laune heraus dein Land wieder abnehmen?« Ich schaute auf Naias herab, die mich mit ihren grünblauen Augen betrachtete. Tränen kullerten über ihre zarten Wangen und brachen mir fast das Herz. Ich wollte nicht, dass meine kleine Schwester Angst um mich hatte. Ich war die Ältere. Es war meine Aufgabe mich um meine Schwester zu sorgen, nicht umgekehrt.»Denkst du manchmal an Vater?«, fragte Naias.Ich wandte mich von ihr ab, meine Rücken versteifte sich. Dies war ein Thema, über das ich nicht gern sprach.»Warum sollte ich mich um ihn scheren, er hat uns damals allein gelassen und wir haben seither nie wieder etwas von ihm gehört. Wahr­scheinlich haben ihn seine Gaunereien in Schwierigkeiten gebracht. Ich weine ihm keine Träne nach.« Das war eine Lüge. Jedes Mal, wenn ich Naias ansah, erinnerte sie mich an unseren Vater. Sie ähnelte ihm wirklich sehr. Meine Hände begannen zu zittern und ich verschränkte die Arme. Der Mann war weggegangen und hatte uns alleingelassen. Allein auf den Straßen von Tigres. Ich lernte schnell, mit jeder mir zur Verfügung stehenden Waffe zu kämpfen, denn dort hieß es fressen oder gefressen werden. Mehr als einmal entging ich dem Tod. Ein kalter Schauer lief über meinen Rücken, ich schluckte, meine Kehle fühlte sich an, als wäre ich Stunden ohne Wasser durch eine Wüste gewandert. Nie wieder sollte meine Schwester so leben müssen, dafür wollte ich sorgen. Nach ihrer Heilerausbildung würde Naias ein Leben im Wohl­stand führen. Aber bis sie diese Ausbildung antrat, durfte niemand von ihrer Gabe erfahren. Vor allem nicht die Arenabesitzer. Wenn die eine Heilerin in ihre schmierigen Finger bekamen - nicht auszudenken, was sie mit Naias tun würden.Ich erinnere mich noch heute, als wäre es erst gestern gewesen, an den entsetzten Gesichtsausdruck unseres Vaters, nachdem sie eine kleine Wunde an ihrem Knie geheilt hatte. Er wurde ganz bleich, stammelte, dass dies doch gar nicht möglich sei, weil ihre Kräfte nicht funktionieren dürften. Vater kniete sich vor mich, umfasste mit beiden Händen meine Schultern und sah mich ernst an. »Kayla, mein Kind, ich muss euch für eine Weile verlassen. Naias wird versuchen, ihre Magie zu nutzen und zu erweitern. Du musst auf sie aufpassen. Wenn sie aus irgendwelchen Gründen dazu gezwungen ist, ihre Magie zu gebrauchen, darf sie sie unter keinen Umständen in der Nähe anderer anwenden. Es gibt zu viele schlechte Kreaturen in der Welt, die ihr schaden wollen würden, wenn sie wüssten was sie ist. Und was auch geschieht, bleibt zusammen! Versprich mir dies!«, forderte er mit eindringlicher Stimme. Ich versprach es. Da lächelte er und tät­schelte meinen Kopf. »Du bist mein großes Mädchen. Ich wusste, dass ich mich auf dich verlassen kann.« Wenig später ging er und kam nie wieder zurück.Seither schleppte ich mich, egal wie schwer die Verwundung war, lieber in nahegelegene Wälder oder ähnliche Verstecke. Ich würde eher sterben, als zuzulassen, dass jemand von Naias Gabe erfuhr.

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